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15.10.2019 12:51 Alter: 29 days

AZ OBERRHEIN |

Ein mutiges Begegnungs-Fest an Michaeli


Am 29. September fand ein Michaelifest in der Anthroposophischen Gesellschaft in Freiburg statt. Es wurde ein Raum der Begegnung geschaffen durch intensiv wirkende große, farbige Leinwände und eine Galerie vieler kleiner Antlitzzeichnungen von Jürgen Grieger-Lempelius. Kraft und Zartheit verbanden sich im Erleben dieses Raumes zu einer ganz besonderen Erfahrung. Der Raum lud dazu ein, sich berühren zu lassen und schlicht und ohne große innere Anstrengung in tiefen Kontakt mit dem Wesentlichen in uns zu kommen. Christine Lempelius führte mit einem Wortbeitrag in Rudolf Steiners Aussagen über Michael als Vermittler zwischen Mensch und Christus ein, Heinke Liebelt gestaltete kraftvoll eurythmisch ein Gedicht von Doldinger zusammen mit Mona Lenzen als Sprecherin, Almuth Zschocke und Olivia Shurmann trugen mit wunderbarem Gesang und Klavier dazu bei, dass eine meditative Stimmung entstand, die uns für eine neue Erfahrung vorbereitete. Zu dieser wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Aufforderung eingeladen, sich vorerst in Stille die Galerie der Antlitzzeichnungen anzuschauen und zu beobachten, welches Porträt einen anspricht. Als nächsten Schritt gab es zwei Angebote: entweder sich mit einer anderen, möglichst fremden Person in Stille zu verständigen und sich sieben Minuten lang in die Augen zu sehen. Dazu brauchte es Mut zur Begegnung. Das andere Angebot war, sich mit einem ausgewählten Antlitzbild zu verbinden und sich auf die intensive Betrachtung einzulassen. Im anschließenden Gespräch konnten die gemachten Erfahrungen mitgeteilt werden, z.B. welch eine aktive Stille sich im Raum ausbreitete. Hilde Domins Gedicht „Dein Ort ist, wo Augen dich ansehn“ lag der Übung zugrunde und fasste sie noch einmal zusammen. Auch eine kleine Geschichte aus einem Buch von Inger Hermann trug zur Erfahrung unmittelbarer Geistbegegnung bei. Geschildert wird die Erfahrung einer Sonderschullehrerin, die durch einen neuen Blick auf einen sehr schwierigen Schüler eine Umkehrung ihres Erlebnisses erfuhr. Die Feier wurde abermals durch Eurythmie und Gesang abgerundet und abgeschlossen.

 

Eine besondere Michaelserfahrung, eine besondere Ebene der Berührung und Öffnung waren entstanden. Herzlichsten Dank an alle, die dieses mutige Begegnungs-Fest gestaltet und ermöglicht haben!

 

Text: Michaela Mayer

 

Bild: Initiative Mensch?! - Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg