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15.07.2019 18:18 Alter: 120 days

AUF DER SUCHE NACH EINER VERGESSENEN GÖTTIN |

Zur Pfingsttagung unserer Werkgemeinschaft für meditatives Forschen 2019


In den drei letzten Leitsätzen Rudolf Steiners finden wir - am Ende seines diesmaligen Erdenlebens gleichsam „testamentarisch dokumentiert“ - den Hinweis auf eine Notwendigkeit, die heute gewiss noch dringender als zu seinen Lebzeiten besteht: Dass der heutige Mensch „erlebend eine Geist-Erkenntnis finde, in der er sich ebenso hoch in die Über-Natur erhebt“, wie er mit der gegenwärtigen „technischen Betätigung unter die Natur hinuntersinkt.“ Denn: „Er schafft dadurch in seinem Innern die Kraft, nicht unterzusinken“. Während eine frühere Naturanschauung „noch den Geist in sich (barg), mit dem der Ursprung der menschlichen Entwickelung verbunden ist“, ist dieser Geist allmählich „aus der Naturanschauung geschwunden und der rein ahrimanische in sie eingezogen - und von ihr in die technische Kultur über-geflossen“.

 

Gerade um jene „Kraft, nicht unterzusinken“ haben nun die Mitarbeiter und Freunde der Meditations- Werkstatt Bochum-Witten wiederum auf der kürzlich zu Ende gegangenen Pfingst-Tagung gerungen: Indem sie den Mut aufbrachten, sich auf die Suche nach der leider längst vergessenen „Göttin Natura“ zu begeben, von der Rudolf Steiner in vielen seiner Vorträge spricht. Dabei hat sich nun zwar keine Einsicht ergeben, die nicht schon von Rudolf Steiner über die Lebenswirklichkeit jener „Göttin“ befriedigend angesprochen worden ist. Was sich hingegen uns ergeben hat, ist die Einsicht, dass wir durch unsere meditative Arbeit mindestens drei Mittel haben, uns von der in seinem letzten Leitsatzbrief eindringlich beschriebenen „okkulten Gefangenschaft“ durch die ahrimanische Geistigkeit wenigstens ein Stück weit zu befreien.

 

Den diesmaligen Leit-Spruch unserer Begegnung hat Rudolf Steiner 1915 selbst mit dem Wort „Pfingsten“ überschrieben. Seine ersten vier Zeilen lauten: „Wo Sinneswissen endet, / da stehet erst die Pforte, /die Lebenswirklichkeiten / dem Seelensein eröffnet“. Heißt dies, dass wir die Kraft finden müssen, den Wahrnehmungsqualitäten unserer Sinne zu begegnen, ohne uns auf die Begriffe zu stützen, die uns dieses Wissen vermitteln, um diese Qualitäten zu unterscheiden? Wie weit uns das gelingt, haben wir am ersten Tag unserer Arbeit sowohl an den Bild-, als auch an den Glanz-Farben (als den reinen Wahrnehmungsqualitäten unseres Sehsinnes) in Erfahrung zu bringen versucht. Was beispielsweise „spiegelt“ sich geistig in den „Glanzfarben“ (: Rot, Blau und Gelb), wenn wir danach streben, uns dem Erleben der reinen Farbe jeweils b e g r i f f s f r e i auszusetzen! Und was erleben wir ähnlich in den „Bildfarben“ (Schwarz – Grün - „Pfirsichblüt“ und Weiß), wenn wir methodisch in gleicher Weise vorgehen? (Vgl. zum Methodischen dieses Ringens auch Rudolf Steiner am 2. und 3. Oktober 1920 in GA 322).

 

Es handelt sich hier um einen Ausschnitt eines längeren Textes von Herr Lindenau. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, so wenden Sie sich bitte per Mail an ihn: christoflindenaunoSpam@gmx.de