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15.06.2019 17:23 Alter: 121 days

INSPIRATIVER AUSTAUSCH

zu Lebens- und Entwicklungsfragen der AZ's Hannover, Frankfurt und Nord


Am 1. Mai fand in Kassel ein Treffen von Verantwortlichen der Arbeitszentren Frankfurt, Hannover und Nord statt. Neben den Treffen der Konferenz, bei denen sich die Vertreter*innen aller Arbeitszentren treffen, besteht seit 2018 die Initiative eines Austausches zwischen den Arbeitszentren Frankfurt und Nord. Am 1. Mai war erstmals auch das Arbeitszentrum Hannover bei einem solchen Treffen dabei. Bei diesen Treffen geht es nicht um Aufgaben, die die Konferenz sonst als Organ der Landesgesellschaft oder gegenüber dem Arbeitskollegium zu vertreten hat, sondern um eine Vertiefung der Entwicklungsfragen innerhalb der Arbeitszentren selbst. Eingeladen sind hier alle verantwortlichen Mitarbeiter der jeweiligen Kollegien der Arbeitszentren.

 

In Anlehnung an die Klassenstunden haben wir, als inhaltlichen Auftakt, an dem Begriff des Spottes gearbeitet, das Mal zuvor an dem des Zweifels. Für das nächste geplante Treffen im Dezember soll dann noch der Begriff der Furcht bewegt werden. Im Gespräch versuchen wir den jeweiligen Begriff in seiner ganzen Bandbreite zu erfassen, von seinem Auftreten in der Welt, der Vielfalt seiner Offenbarungsweisen, seiner Kräftewirksamkeit bis hin zu Bedeutungen im Sozialen sowie in seinen geistigen Dimensionen. Diese Gespräche strahlen eine besondere Qualität aus durch ein intimes gemeinsames Abtasten und Beleuchten des in die Mitte gestellten Begriffes. An der Art, wie jede*r zum Ausdruck bringt, was ihm am Herzen liegt, was die Jeweilige individuelle Blickrichtung ausdrückt, lernen wir uns immer besser kennen. So dient diese Arbeit neben der rein inhaltlichen Bereicherung vor allem dem Interesse an dem Anderen, als Grundlage für alle weitere initiative Zusammenarbeit.

 

In einer zweiten Einheit berichten wir uns gegenseitig über den aktuellen Stand in unseren jeweiligen Arbeitszentren: Rückblicke auf Veranstaltungen und Initiativen, Veränderungen in Arbeitsabläufen, Vorhaben, Projekte, neue Mitarbeiter*innen, Freuden und Sorgen aus dem Alltagsleben der Arbeitszentren. Aus diesen Berichten ergeben sich ganz organisch wie von selbst Fragestellungen, die dann im weiteren Verlauf genauer thematisiert und untersucht werden.

 

Die Gespräche zeigen immer wieder, dass trotz vieler Unterschiede der Arbeitszentren doch auch viele Parallelen in Aufgaben und Problematiken zu finden sind. Es scheint mir eine besondere Qualität dieser Treffen zu sein, dass es keine feste Tagesordnung gibt, die abgearbeitet werden muss. Das ermöglicht ohne Zeitdruck miteinander in Gespräche zu kommen, die an dem einen oder anderen Punkt in die Tiefe gehen und Raum für Inspirationen, Ideen und neue Impulse eröffnen.

 

Von diesem Treffen angeregt haben wir uns für das nächste Mal vorgenommen, der Frage nachzugehen, inwieweit wir uns einen vertieften Zugang zu den Zeitereignissen erschließen können. Sich ein Bewusstsein zu erwerben „über die allgemeine geistige Lage der Menschen in der gegenwärtigen Zeit“ hat Rudolf Steiner als eine Aufgabe für die verantwortlich Tätigen in der Anthroposophischen Gesellschaft genannt. So wollen wir uns erzählen, in welchen Situationen uns die Anthroposophie einen Bezug zur Wirklichkeit und dem Zeitgeschehen in der Welt ermöglicht hat.

 

Anke Steinmetz

 

Bild: Pirmin Landmann