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15.05.2019 19:37 Alter: 69 days

WERKSTATT SOZIALE DREIGLIEDERUNG

Gesellschaft verwandeln und darüber sprechen


Wir leben in einer Welt der Widersprüche. Pestizide werden gespritzt, der Flugverkehr boomt, Klamotten bestehen aus umweltschädlichem Material – obwohl wir ein enormes Wissen darüber besitzen, was der Welt schadet und was ihr guttut. Und jedes Handeln in positive Richtung scheint meist nicht mehr zu sein als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Spätestens jetzt, da wöchentlich hunderttausende von jungen Menschen mit der „Fridays for Future“-Bewegung auf die Straße gehen, ist die Betroffenheit angesichts des Zustands unserer Erde nicht mehr zu übersehen. Doch wie können wir unsere eigenen individuellen und gemeinschaftlichen Themen, Motive und Impulse für gesellschaftlichen und ökologischen Wandel klar wahrnehmen und – der Widersprüche des postmodernen Menschen zum Trotz – umsetzen? Die Werkstatt Soziale Dreigliederung, die vom 21. bis 23. Juni in Berlin-Kreuzberg stattfindet, möchte Rudolf Steiners Kulturimpuls der „Sozialen Dreigliederung“ aufgreifen und für die Gegenwart neu konfigurieren. 1919 waren gesellschaftliche Veränderungen aufgrund geistig-kultureller, menschlicher und infrastruktureller Trümmer notwendig, heute braucht es einen radikalen Wandel hinsichtlich ökologischer Herausforderungen. Dafür spielen zwei Dimensionen eine wichtige Rolle: die äußeren, gesellschaftskritischen und -gestaltenden und die inneren, den individuellen Menschen inspirierenden.

 

Die „Fridays for Future“-Bewegung zeigt, dass in der jungen Generation die benötigten Willensimpulse für die Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft bereits da sind. Nun gilt es, mit Blick in die Zukunft nach den geistigen Motiven, seelischen Gesten und Hebelpunkten zu fragen, die im einzelnen Menschen leben und gesellschaftlich wirksam werden können. Damit gestalterische Alternativen nicht mehr perspektivlos oder wie bodenlose Träumereien angesichts der machtvoll erscheinenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vorkommen, wird es Workshops und Vorträge geben, die verschiedene Fähigkeitsfelder mit einbeziehen. Im Zusammenspiel mehrerer Seiten (Menschenbetrachtung, Wahrnehmungsübungen zum Fühlen, Denken und zum Wollen, Befähigung zu Gemeinschaftsfähigkeit, Überwindung von Trennung und mehr) entsteht eine kreative Werkstattsituation, in der sich das Wissen über notwendige Veränderung und kraftvolle Willensimpulse neu bilden können. Dazu gehört auch, eine neue Sprache zu schaffen, die uns befähigt, eine freie, gerechte und nachhaltige Gesellschaft zu denken und zu bauen.

 

Gemäß dem Credo des Sozialkünstlers Josef Beuys, nach dem wir nur im Gehen und Sprechen lernen, die Quelle für die benötigte Verwandlung zu erschließen, bietet die Tagung einen Raum, sich seine eigene Theorie für nachhaltige Transformation zu vergegenwärtigen, darüber zu kommunizieren und den gesellschaftlichen Resonanz- und Bildungsraum wahrzunehmen und aufzugreifen.

 

Text: Matthias Niedermann

 

WERKSTATT SOZIALE DREIGLIEDERUNG

Öffentliche Tagung und Mitgliederversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland

21. bis 23. Juni 2019,

Freie Waldorfschule Berlin-Kreuzberg

Anmeldung: hernandeznoSpam@anthroposophische-gesellschaft.org