< BERICHT DER GESAMTKONFERENZ IM MÄRZ
15.04.2019 11:54 Alter: 11 days

FREIHEITSIMPULS UND WALDORFSCHULE

Regionaler Oberstufentag für Waldorfschüler*innen


Es ist Montag, der 25. März 2018. Das Audimax der Uni Freiburg steckt voller Energie. Die Oberstufen von sieben Waldorfschulen der Region füllen den Raum mit 650 Schüler*innen. Es herrscht eine konzentrierte Stimmung. Gerald Häfner und Peter Selg sprechen zum Thema „Freiheits-Impuls und Waldorfschule“ und treffen damit offenbar ein Bedürfnis vieler Schüler*innen.

 

Mit dem neuen Format eines regionalen, schulübergreifenden Waldorf-Oberstufentages startet an diesem Morgen ein Versuch des Initiativkreises „Mensch!? Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg“. Jugendliche Schüler*innen bewegen offen Fragen nach dem Woher und Wohin der Waldorfschule: Was wollte Rudolf Steiner 1919 eigentlich erreichen? Und wozu ist Waldorfschule im heutigen gesellschaftlichen Spannungsfeld gut? Was tut die Waldorfschule, um Zukunft zu gestalten? Neu ist auch, dass an diesem Tag nicht die Schulen selbst die Veranstalterinnen sind,, sondern ein Initiativkreis der Anthroposophischen Gesellschaft in Freiburg, der zum Anlass von „Waldorf 100“ diese und andere Veranstaltungen organisiert, wie eine öffentliche Vortragsreihe und gemeinsame Kollegientage für die drei Freiburger Waldorfschulen. Die Mitwirkenden von „Mensch?! Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg“ haben es sich in diesem Jubiläumsjahr der Waldorfschule zur Aufgabe gemacht, das anzubieten, wofür den einzelnen Schulen neben dem fordernden Alltag die Kapazität fehlt.

 

Einige Dinge waren dem Initiativkreis im Vorfeld der Veranstaltung besonders wichtig: Sie sollte spannend für die jugendlichen Zuhörer*innen werden und keine glatte Werbeveranstaltung sein, Fragen und Äußerungen der Schüler*innen sollten genug Raum bekommen, sie sollten sich untereinander wahrnehmen und über das Thema ins Gespräch kommen können. An diesem Vormittag geht das neue Konzept auf. Die 650 Jugendlichen sind durch einen einleitenden Überraschungsauftritt des Zirkustheaters VoiliVoilà blitzwach. Die Zirkus-Crew strotzt selbst vor Vitalität, Humor und Können. Gerald Häfner, Leiter der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, spricht dann zum Thema „Die Welt verändern – Rudolf Steiner und der Impuls zur Gestaltung einer menschlichen Welt“. Peter Selg, Leiter des Ita Wegman Instituts in Arlesheim, konzentriert sich anschließend auf den „Freiheitsimpuls“ in der Waldorfschule selbst. Beide Referenten erreichen ihr Publikum offensichtlich gut. Die Jugendlichen sprudeln anschließend vor Fragen und das Mikrophon wird durch die Reihen des großen Hörsaals gereicht. Auf die Arbeit in Vierergruppen – neu gemischt aus Schüler*innen, die sich bisher nicht kannten – lassen sich die meisten gerne ein. Aber wie die vielen Fragen sortieren und aufgreifen, die hier auf Zetteln fixiert werden? Hier sind die Veranstaltenden noch nicht mit sich zufrieden und möchten bei einem nächsten Mal ein Format entwickeln, in dem die Schüler*innen ihre Fragen direkt und persönlich stellen können.

 

Durch den Erfolg dieses Oberstufentages fühlen sich die Organisator*innen von „Mensch?!“ in ihrem Ansatz bestärkt: Die Aufgabe der Anthroposophischen Gesellschaft in einer Stadt oder in einer Region könnte zukünftig immer mehr darin bestehen, anthroposophische Substanzbildung in die Arbeitsfelder hineinzutragen – auf der Basis von freien Angeboten für Einrichtungen. Fortbildungstage, an denen die Kollegien mehrerer Waldorfschulen der Region Freiburg zusammen teilnehmen hat es bisher noch nicht gegeben. Nun hat „Mensch?!“ sie für das kommende Schuljahr organisiert. Das Thema: „Kraftquellen für den pädagogischen Alltag. Lebens- und handlungsfähig bleiben durch Anthroposophie.“

 

Julia Selg