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15.02.2019 17:17 Alter: 95 days

PIONIERE UND UTOPISTEN DES WANDELS

Bericht vom zweiten Initiativ-Kolloquium für junge Menschen


„Wer von Euch glaubt, dass die Welt bis 2050 Pestiziden frei und zu 100% von Biolandbau bewirtschaftet sein wird?“ Diese Frage stellt Bernward Geier den rund 40 jungen Menschen, die am Samstag den 09. Februar 2019 in der GLS Bank in Bochum zum zweiten Initiativ-Kolloquium zusammenkamen. Von den Anwesenden strecken daraufhin etwas weniger als die die Hälfte die Hände in die Luft. Welche Kraft bedarf es, um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben und ein solches Ziel zu erreichen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Initiativ-Kolloquien für junge Menschen, die den Kongresses „Soziale Zukunft 2020“ vorbereiten. Veranstaltet werden diese von der AGiD in Kooperation mit den Verbänden und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Bernward Geier selbst ist Pionier der Landbaubewegung. Er glaubt an die Möglichkeit, dass die Welt 2050 Pestiziden frei und 100% Bio sein kann. Er erzählt daraufhin von dem indischen Bundesstaat Sikkim, in dem seit Anfang 2016 nur noch Ökolandwirtschaft betrieben wird. Kunstdünger, Pestiziden und Gentechnik sind hier per Gesetz verboten. Der Bundesstaat ist darin weltweit Vorreiter. Für Bernward Geier liegt im Mut und im Engagement der Schlüssel zur gesellschaftlichen Transformation.

„Wir müssen das Unmögliche probieren, um das Mögliche wahr zu machen.“ Später spricht Tobi Rosswog als Utopist über unsere Zukunft. Seine Aussage klingt wie eine Antwort auf Bernward Geiers Frage. Er selbst ist Dozent, Aktivist und Autor. Er hat zweieinhalb Jahre ohne Geld gelebt und „living utopia“ gegründet. Auch er spricht vom Mut, den wir brauchen um nicht nur A zusagen, sondern auch A zu tun und so Zukunft zu gestalten. Und davon, wie wichtig es ist Synergien zu bilden.

„Wir wollen gemeinsam eine Stoßkraft für den Wandel entwickeln.“ Das ist ein erklärtes Ziel der Kolloquien. Außerdem sucht das Vorbereitungsteam des Kongresses so die aktive Zusammenarbeit mit jungen Menschen, und bietet ein Ort für Austausch und Vernetzung von Projekten und deren Initiator*innen. Nach dem zweiten Kolloquium ist klar: das funktioniert. Teilnehmende schließen sich zusammen und Kooperationen in Hinblick auf den Kongress entstehen. Um ein Beispiel zu nennen: Ein sich gerade gründendes Kochkollektiv wird während dem Kongress gemeinsam mit uns in Kochbegegnungen gehen. Am Ende bleibt der Eindruck „Zukunft ist möglich und schon da.“ – so formulierte es eine Teilnehmerin.

 

Text und Foto: Lydia Roknic