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15.02.2019 17:04 Alter: 33 days

RUDOLF-STEINER-HAUS FREIBURG

Ein Gespräch mit Christine Lempelius über die Zukunft des Hauses  


Was passiert und lebt in den unterschiedlichen Arbeitszentren in Deutschland? Dieser Frage möchte ich im Rahmen der Assistenzstelle für Öffentlichkeitsarbeit nachgehen und die AZ’s besuchen sowie Gespräche mit initiativen Menschen vor Ort führen. Am 7. Februar traf ich mich mit Christine Lempelius in Freiburg. Sie hat eine Teilzeitstelle, genannt Projektstelle Zukunft, am AZ Oberrhein, die auch im Rahmen des Zukunftsprozess der AGiD gefördert wird. Sie ist Mitglied im Initiativkreis („Mensch?! Vielfalt Anthroposophie in der Region Freiburg“) und im Leitungskreis des Rudolf-Steiner-Hauses Freiburg. Hier finden Sie einen kleinen Ausschnitt aus einem sehr viel ausführlicheren Gespräch. 

 

Wie sieht die Zukunft des Rudolf-Steiner-Hauses in Freiburg aus?

Wir haben eine schöne alte Villa, aber sie ist alt und hat ein Dach, das neu gedeckt werden muss. Das Dachgeschoss ist sehr verwinkelt und wir möchten dort oben neue Räume entstehen lassen. Auch den Eingangsbereich möchten wir neu greifen. Er soll heller und ein Begegnungsraum, mit Sitzmöglichkeiten, Zeitschriften, Büchern, ect. werden. Seit längerer Zeit haben wir im Leitungskreis über die Frage gearbeitet „Was wollen wir für die Zukunft in diesem Rudolf-Steiner-Haus ermöglichen?“ Es zeigte sich, dass wir das Haus gerne den Herausforderungen unserer Zeit zur Verfügung stellen wollen. Wo haben die Menschen in der Zukunft bedarf? Jeder Mensch geht heute durch biographische und durch gesundheitliche Krisen. Es wäre schön, es könnte ein Ort entstehen, wo Menschen auf verschiedene Weisen „in Entwicklung“ kommen können. Zum einen soll die Erkenntnisarbeit (Zweige, Seminare, Vorträge, Hochschularbeit) weiterhin im untersten Geschoss leben. In den oberen Geschossen wünschen wir uns, dass der Heilungsimpuls im weitesten Sinne Raum erhält, d.h. dass dort Therapien und Beratungsangebote stattfinden, wie auch vielleicht ein Ort für Eltern und Kinder. Aber alles ist noch ganz offen.

Zum anderen lebt in mir persönlich der Wunsch, dass sich vielleicht noch ein Ort in der Stadt finden lässt für spontane Begegnungen, aber auch für Kultur und Arbeitsgruppen. Mein größter Wunsch wäre, dass wir ein, zwei Räume mieten, wo auch andere Initiativen zuhause sind.

 

Welche Veranstaltungen plant der Initiativkreis „Mensch?!“ in nächster Zeit?

Für 2019 haben wir drei große Projekte im Rahmen von Waldorf 100 geplant.

 

Das erste Projekt ist ein Geschenk für die Schüler. Am 25. März haben wir alle Oberstufenschüler der Region an die Universität Freiburg in das Audimax eingeladen, das sind so grob 650 Oberstufenschüler. Hier werden Peter Selg und Gerald Häfner sprechen. Weiter gibt es auch spannende künstlerische Beiträge und eine Podiumsdiskussion. Das Thema des Uni-Tages ist: „Freiheitsimpuls und Waldorfschule“. In der Mittagspause essen wir alle noch in der Mensa.

 

Das zweite Projekt ist ein Geschenk für die Öffentlichkeit und die Eltern. Wir haben eine Vortragsreihe mit sieben Vorträge an der Universität Freiburg organisiert. Der erste Teil ist jetzt im Frühjahr, der zweite im Spätsommer.

  • Mittwoch 27. März 2019, Gerald Häfner: Freie Schule und Gesellschaft
  • Dienstag 02.April 2019, Prof. Dr. Tomáš Zdražil: Die pädagogischen Herausforderungen der Gegenwart.
  • Mittwoch 10. April 2019, Peter Selg: Innere Identität, Anpassung und Widerstand.

Weitere Veranstaltungen auf www.vielfalt-mensch.de/waldorf-100/

 

Und das dritte Projekt ist ein Geschenk für die Kollegien. Wir hatten den Eindruck, dass die Waldorflehrer aufgrund unserer Zeitsituation restlos überlastet sind und wenn sie Fortbildungen besuchen, was ja toll ist, dann besuchen sie natürlich die Kurse, die sie für ihren speziellen Unterricht brauchen. Aber wir dachten, dass es auch mal eine Fortbildung geben sollte, welche die „Anthroposophie“ in den Mittelpunkt stellt; auf sie hinzeigt. So bieten wir vom 24. bis 25. Oktober 2019 die Veranstaltung für die Waldorfschulen zwischen Emmendingen und Müllheim, als auch für die Michaelschule und das Haus Tobias, als Kollegientage an. Der Titel lautet: „Kraftquellen für den pädagogischen Alltag. Lebens- und handlungsfähig bleiben durch Anthroposophie“.

 

Christine Lempelius und Lydia Roknic