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15.02.2019 16:47 Alter: 33 days

FRAUENRAT AM HADENBERGINSTITUT

Bericht zum internen Thementag zu „Individualität und Gattung/Geschlecht“


Ein interner Thementag zu „Individualität und Gattung/Geschlecht“ fand am 4. Februar 2019 im Hardenberg Institut in Heidelberg statt. Eingeladen war der Frauenrat der Anthroposophischen Gesellschaft im Arbeitszentrum Frankfurt. Mit Freunden, externen Begleiterinnen des Frauenrats und MitarbeiterInnen des Instituts waren 18 Personen versammelt, überwiegend Frauen. Angelika Sandtmann, die Initiatorin des Treffens, außerdem Mitglied des Vorstands der AGiD und Begleiterin des Frauenrats, hatte als Willkommen einen Spruch von Simone de Beauvoir an die Tafel geschrieben: „Im Mann, nicht in der Frau, hat sich der Mensch bislang verkörpern können.“ (1949).

 

Ein Erkenntnisgespräch zum 14. Kapitel von Rudolf Steiners „Philosophie der Freiheit“ stand im Mittelpunkt. Es ging hauptsächlich um das „Gattungsmäßige“ und die „freie Individualität“, zwei zentrale Begriffe dieses Textes. An ihnen entspann sich ein hartes Ringen um einzelne Aspekte, vor allem um Unterscheidung, Abgrenzung oder Zusammenspiel dieser beiden „Bereiche“ in jedem Menschen. Die Rätinnen brachten sich, einander ergänzend, ebenso wie die anderen Anwesenden engagiert ein. Unterschiedliche Auffassungen traten fragend, tastend, aber auch vehement zu Tage und konnten ansatzweise in ein gegenseitiges Verstehen münden.

Die Vorstellung des Frauenrats zu Beginn des Tages durch Petra Kühne wies auf die Besonderheit hin, dass dieser Arbeitskreis sowohl Erkenntnis als auch Begegnung als auch Initiative (Ausstellung „Friedensimpulse von Frauen“) pflegt. Bei den anschließenden Fragen konnte Erreichtes, noch zu Bearbeitendes und anfänglich Beachtetes benannt werden.

In der Abschlussrunde kamen die sozialen Folgen des Frau-Seins zur Sprache. Die Frauenrätinnen schilderten Beobachtungen, die sie gesammelt hatten, darunter auch Rollenverteilungen innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Denn das Streben nach freier Individualität wird den Frauen gesellschaftlich heute immer noch erschwert. Wobei die Anthroposophische Gesellschaft aus der Geisteswissenschaft ganz andere Gesichtspunkte zur Geschlechterproblematik beitragen könnte, als sie bislang in der öffentlichen Diskussion vorhanden sind. Damit könnten AnthroposophInnen ihren Rückstand in Bezug auf Genderfragen wieder wettmachen. Dies war das zukunftsweisende Schlusswort des Thementages.

 

Barbara Messmer