< TREFFEN DER EUROPÄISCHEN GENERALSEKRETÄR*INNEN
15.01.2019 19:30 Alter: 36 days

ARBEITSZENTREN FRANKFURT UND NORD

Zweites Treffen zur überregionalen Zusammenarbeit


Am 15. Dezember 2018 trafen sich in Kassel sechs Verantwortliche aus den Kollegien der Arbeitszentren Frankfurt und Nord: Uwe Battenberg, Thomas Kracht, Klaus Landmark, Barbara Messmer, Jörg Schöllhorn und Anke Steinmetz. Nach einer inhaltlich intensiven Arbeit im Kasseler Zentrum begaben wir uns in die „Gemäldegalerie Alte Meister“ in Schloss Wilhelmshöhe, um ein Bild von Rembrandt zu betrachten. Die Einführung durch Uwe Battenberg und die nachfolgende Betrachtung von „Der Segen Jakobs“ schlossen an den Vormittag an, indem beim Maler innere Gesten und im Bild Gestaltungen deutlich wurden, die wir als Anregung für eine Gestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft aufnehmen konnten.

Zum Beispiel treten die Figuren auf dem Bild – wie immer bei Rembrandt farblich aus einer Dunkel-Hell-Stimmung geschaffen – zwar verschieden gewichtet, aber ohne besonderes Eigengewicht hervor. Doch für die Wirkung der Gesamtkomposition hat jede eine besondere Funktion. So kann Individuelles nebeneinander zur Geltung kommen – was wir uns auch für die Anthroposophische Gesellschaft wünschen. Rembrandt malt zudem so, dass nichts festgelegt ist, sondern sich wie in einem Vorgang befindet. Das Werdende zu bemerken und belassen, ist ebenfalls für unsere Arbeit wichtig. Noch ein Beispiel: das Auge des Betrachters wird bei dem Bild wurde nicht geführt, sondern konnte nach den ersten Blickfangstellen frei auf Entdeckungsreise gehen – das Bild schien immer reichhaltiger und „mehr“ zu werden. Auch dies eine Erfahrung, die auf die anthroposophische Gemeinschaftsbildung übertragbar ist: wie kommen wir an diese Ebene, wo es quellend und jedes Mal wie neu wird?

Am Vormittag hatten wir diese Erfahrung in einem Gespräch über den Zweifel gemacht. Erkenntnistheoretische Schriften, die einer mitbrachte, wurden unerheblich, denn seelische Beobachtungen machten auf geistige Erfahrungen und Entwicklungsschritte durch den Zweifel aufmerksam. Ohne dass wir etwas aussprachen, war das entsprechende Mantra der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft anwesend. Auch hier war die Bewegung wie bei Rembrandt: nicht ein geistig Ideales wird heruntergeholt, sondern aus der individuellen Wahrnehmung, aus der Ich-Präsenz jedes einzelnen, gleichsam „von unten“ baut sich etwas auf, das Geistiges anwesend sein lässt.

Der Anstoß zu den Treffen war über fruchtbare Arbeitsbegegnungen einzelner in den zwei Arbeitszentren zustande gekommen. Bei einem ersten Treffen im Mai 2018 in Kassel hatten wir uns gegenseitig unsere Situation im Arbeitszentrum geschildert. Im Dezember tauschten wir uns über die Situation der (organisierten) Freien Hochschule aus. Eine Fortsetzung ist geplant. Im Austausch und Miteinander-Denken hoffen wir, dass wir in die Strukturen und Untergliederungen der Arbeitszentren Bewegung bringen können.

 

Barbara Messmer