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15.01.2019 19:06 Alter: 35 days

FÖRDERSTIFTUNG ANTHROPOSOPHIE

Drei Fragen an Alexander Thiersch


Am 14. November 2018 tagte der Stiftungsrat der »Förderstiftung Anthroposophie«. Das Redaktionsteam nahm dies zum Anlass, Alexander Thiersch drei Fragen zu stellen. Eine Zusammenfassung der Antworten auf die Fragen finden Sie hier.

 

Warum gibt es die Förderstiftung?

Die Förderstiftung wurde Anfang der 2000er aus einem Nachlass mit dem Ziel gegründet, Projekte zu fördern, die zentrale Anliegen der Anthroposophie in den Bereichen Wissenschaft und Forschung vertreten und in die Welt bringen wollen. Die Stiftungsgelder sollen ermöglichen, dass sich die Anthroposophie mit ihren Anliegen, auch speziell in den Praxisfeldern, durchsetzen kann. Das Förderspektrum ist dementsprechend weit gefächert. Bei der Vergabe der Fördergelder wird mit besonderem Augenmerk darauf geachtet, ob ein im Sinne der Stiftungsziele relevantes Projekt ins Leben kommen kann. Projekte aus Eurythmie und Sprachgestaltung haben es in der heutigen Zeit unverändert schwer, sich ohne eine “liebevolle Unterstützung“ mehrerer Förderer durchzusetzen.

Außerdem hat die Stiftung die ganz praktische Funktion, dass sie die das Einsammeln von Spendengeldern für die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum und andere befreundete Institutionen im Ausland gegen in Deutschland steuermindernde Spendenquittungen übernimmt.

 

Welches sind momentan die zentralen Förderprojekte?

Es gibt momentan seit mehreren Jahren drei Hauptförderprojekte, die von Stiftungsbeiräten begleitet werden.

·         Das ist zum einen die Vervollständigung der Gesamtausgabe über die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, betreut und aktiv unterstützt durch Hartwig Schiller.

·         Des Weiteren vernetzt Gioia Falk übers Jahr in vielen bis zu Aufführungen kommenden Eurythmie-Projekten Eurythmisten auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

·         Und zum Dritten die Finanzierung einer Studentischen Hilfskraft und eines Wissenschaftlichen Mitarbeiters, ohne deren tatkräftige Mitarbeit Prof. Dr. Wolf Ulrich Klünker die umfassende Tätigkeit an seinem Lehrstuhl für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie an der Alanus Hochschule nicht leisten könnte.

 

Wie siehst Du die Zukunft der Stiftung?

Das ist eine schwierige und gute Frage zugleich, ich muss etwas ausholen: bis ins Jahr 2014 trat die Förderstiftung im Wesentlichen eher dienstleistend auf, betrieb kaum eigene Projekte. In 2014 wurde ihr eine Förderung aus der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland über 1 Million Euro aus einem Nachlass zuteil, damit die Stiftung, die sonst – besonders auch vor dem Hintergrund der Zinsentwicklung - nicht sehr viele Mittel zu vergeben hat, ihr Profil schärfen und effektiver arbeiten kann. Verbunden mit dieser Förderung war auch eine Ergänzung des Stiftungrates um 3 kompetente Kuratorinnen mit vielen Erfahrungen auf verschiedenen Lebensgebieten.
Diese Förderung wird für 2019 zum letzten Mal geleistet. Damit ist derzeit tatsächlich ungewiss, in welchem Ausmaß die Förderstiftung ihre Arbeit fortsetzen und auch die langjährig angelegten Projekte in Zukunft weiter fördern kann. So klar es im Moment scheint, dass die bisherige Förderdimension nicht beibehalten werden kann, so klar ist aber auch, dass es die Förderstiftung braucht. Es ist also unklar wie es weitergehen wird aber es wird weitergehen. Und vielleicht, ganz v ielleicht fließen der Förderstiftung ja in der nächsten Zeit Mittel zu, mit denen sie heute nich nicht rechnen kann...

 

Alexander Thiersch, Lydia Roknic