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16.01.2021 10:47 Alter: 50 days

"Ich bin Mitglied geworden, um mich immer wahrer und wirklicher zu mir selbst zu entwickeln."

Mitglieder-Interview mit Jakob Kraul


Jakob Kraul

In dieser Rubrik befrage ich Mitglieder zur Anthroposophischen Gesellschaft und erhalte kurze und persönliche Einblicke in eine bewegte und tiefe Beziehung.

 

Sebastian Knust: Was ist für Dich das Besondere an der Anthroposophischen Gesellschaft, was berührt Dich?

 

Jakob Kraul: Seit einigen Jahren wird ja ständig irgendein 100-jähriges Bestehen einer anthroposophischen Einrichtung gefeiert. Das ist möglich, weil die Anthroposophische Gesellschaft als Kern der Bewegung immer wieder neue Impulse setzt, die die einzelnen Initiativen inspirieren und mit am Leben halten. Ich sehe die Anthroposophische Gesellschaft als eine Inspirationsquelle für viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Die guten Ideen der Anthroposophischen Gesellschaft sind so gut, weil es Menschen gibt, die diese Gedanken haben und umsetzen. Am Ende sind es die Menschen, die bewegen. Diese Menschen bewegen auch mich.

 

SK: Warum bist Du Mitglied in der Anthroposophischen Gesellschaft geworden, was war das Hauptmotiv?

 

Jakob Kraul: Ich möchte gerne einen Beitrag dazu leisten, dass es die Anthroposophische Gesellschaft auch in Zukunft gibt und sie als Inspirationsquelle für die Menschen nicht versiegt. Dieser Beitrag ist zunächst ideell. Jede Mitgliedschaft stärkt die Gesellschaft. Mit jeder Stimme kann die Gesellschaft nach außen und vielleicht auch nach innen besser gehört werden.

 

Für mein eigenes Leben sehe ich in der Mitgliedschaft die Möglichkeit, immer neue Impulse durch Tagungen, durch Arbeitskreise, durch Menschenbegegnungen zu bekommen. Mich inspirieren die Menschen, die sich innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft bewegen. Ich bin Mitglied geworden, um mich immer wahrer und wirklicher zu mir selbst zu entwickeln.

 

SK: Wie siehst Du die Zukunft der Anthroposophischen Gesellschaft, was möchtest Du beitragen?

 

Jakob Kraul: Mein Eindruck ist, dass die Anfeindungen gegenüber der anthroposophischen Bewegung in Zukunft nicht abnehmen werden. Es gibt großartige Menschen innerhalb der Bewegung, die in der Öffentlichkeit kräftig standhalten. Diese Kraft muss gestärkt werden. Dafür möchte ich mich mehr und mehr warm anziehen, sodass mein Beitrag nicht nur ideell, sondern mit der Zeit auch substanziell werden soll. Meine Hoffnung ist es natürlich, dass die Anthroposophische Gesellschaft als Ideengeberin wachsen kann. Meine Hoffnung ist es auch, dass die guten Impulse weiterhin aus der anthroposophischen Bewegung in die verschiedenen Lebensbereiche fließen. In der Landwirtschaft gibt es immer mehr ein Umdenken hin zu mehr Ökologie und Vielfalt. So hoffe ich, dass dieses Umdenken in den Bereichen Pädagogik, Medizin, Religion, Wirtschaft etc. nicht haltmacht, sondern etwas zügiger voranschreitet. Entscheidende Impulse dafür können von der Anthroposophischen Gesellschaft kommen, wenn wir kräftig im Leben stehen.

 

SK: Vielen Dank!

 

Jakob Kraul, 1986 geboren. Nach der Schulzeit ein Jahr mit den „Freunden der Erziehungskunst“ in Israel/Palästina. Studium am Priesterseminar der Christengemeinschaft in Stuttgart. Ausbildung zum Rettungsassistenten. Seit April 2015 Medizinstudent der Universität Witten/Herdecke. Neben dem Studium seit Mai 2020 tätig für die Akademie der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) mit dem Schwerpunkt Nachwuchsarbeit.