Jugendinitiative
(...)Eine "Baustelle" meiner Tätigkeit im Arbeitskollegium bezieht sich auf die Zusammenarbeit mit der Jugend. Bislang haben wir die "Baugrube" etwas abgesteckt, haben ihre Bausteine zusammengetragen und - um im Bild zu bleiben - einige kleine Modelle angefertigt.
Dabei habe ich festgestellt, dass dieses Projekt kein Haus wird, sondern ein Dorfplatz oder ein Forum oder vielleicht sogar eine Parkanlage oder ein Landschaftsgarten. Jedenfalls etwas Offenes. Es kann hier nicht darum gehen, dass junge Menschen das soziale Bauwerk "Anthroposophische Gesellschaft" bewohnen, sondern darum, die Gesellschaft in einer offenen, lebendigen und beweglichen Art jeweils neu zu gestalten.
Wir haben uns im Oktober letzten Jahres mit ca. 80 jüngeren Menschen in Bochum zu einem Jugendkolloquium getroffen. Daraus entstand der Wunsch, mit noch konkreteren Fragen der Sozialgestaltung und des Umgangs mit Geld fortzusetzen. Das geschah am 7. März dieses Jahres.
Gleichzeitig entstanden Initiativen von Jüngeren zr Mitgestaltung des Kongresses "Zukunft der Arbeit - Karma des Berufs" in Bochum. Darüber hinaus wird das Thema "Arbeit und Beruf" inhaltlich aufgegriffen und in Jugendtreffen behandelt. Daraus wiederum entstand eine Initiative zur Vorbereitung eines Jugendkolloquiums auf dem Kongress.
Eine Jugend-Projekt-Zeitung zum Thema entseht und wird auf dem Kongress vorliegen. Wieder andere bereiten eine Filmdokumentation des Kongresses vor und interviewen jüngere Menschen zu ihren Berufsfragen. Es ist ein lebendiges Geschehen, das sich da entwickelt hat und ich freue mich sehr über diese vielfältige Zusammenarbeit.
Wie aber würde sich Anthroposophische Gesellschaft gestalten, wenn sie aus Jugendimpulsen gebildet wird? Das ist wieder ein Projekt, das ich mit einer Gruppe jüngerer Menschen bearbeite. Es ist eben vielfältig und lebendig. Das bedeutet auch: bescheidene kleine Schritte tun und immer darauf gefasst sein, dass es in kurzer Zeit schon wieder anders sein kann. (...)
Zusammenarbeit mit Jugend bedeutet dem Charakter nach immer "Anfang", auch wenn es schon länger geschieht. Wenn heute vieles in unserer Kultur an ein Ende kommt, so ist es schon auch eine Ermutigung auf diesem Felde durch permanente Anfänge "aufgeweckt" zu werden. Diese "Baustelle" jedenfalls macht "Lust auf mehr".
Michael Schmock, Mitteilungen April 2010
