Kunst und Kunstförderung
Der Arbeitsbereich Kunst ist für die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland von Birgit Ebel und Susanne Lin ins Leben gerufen worden. Bisher gab es hier keinen strukturierten Kooperationszusammenhang.
Zwei Kolloquien haben seitdem in Berlin stattgefunden. Es trafen sich Künstler und mit Kunst Befasste, die an einer längerfristigen Zusammenarbeit Interesse haben. Die Teilnehmer haben ihre jeweiligen Arbeitsfelder und Herangehensweisen exemplarisch dargestellt - es handelt sich dabei um ein breites Spektrum der Kunst, wie Theater/Sprachgestaltung und Eurythmie bis hin zu den unterschiedlichen Feldern der Bildenden Kunst.
Ziel der Treffen war eine Art Kollegiumsbildung unterschiedlichster Kunstsparten, sich bildend aus gegenseitiger Partizipation an der Arbeit. "Anthoposophische Kunst" soll kein Sondergebiet gegenüber anderen künstlerischen Bemühungen sein, vielmehr handelt es sich um die Arbeitsgebiete geisteswissenschaftlich orientierter Künstler.
Die Repräsentation der Arbeitsergebnisse in der Öffentlichkeit kann deshalb nicht durch das Prädikat "anthroposophisch" weltanschaulich festgelegt werden. Was zählt, ist die Qualität des individuellen künstlerischen Ausdrucks. Gerade vor diesem Hintergrund erscheint die Kooperation mit anderen sinnvoll, die in der Lage sind, den eigenen Arbeitsansatz sachlich, geistig und menschlich nachzuvollziehen.
Der Arbeitsbereich Kunst und Kunstförderung hat zunächst nur eine minimale finanzielle Ausstattung. Deshalb können bisher nur partiell Fördermittel vergeben werden. Gesucht werden Förderer, die gezielt diesen Bereich finanziell unterstützen wollen. Möglich ist jetzt schon, beispielsweise künftige Mitgliederversammlungen im Hinblick auf die künstlerische Herangehensweise und Präsentation vorzubereiten und mitzugestalten.
Dabei ist deutlich, dass der Begriff "Kunst" innerhalb der Geisteswissenschaft kein Sondergebiet bezeichnet, sondern auf eine umfassende Grundhaltung zielt. Innerhalb einer solchen individuellen Grundhaltung ist aber konseqeunte künstlerische Weiterentwicklung und Professionalisierung notwendig. Auch dieser Prozess hat einen umfassenden Dialog der Beteiligten zur Voraussetzung.
Duch Anthroposophie kann deutlich werden, dass Kunst keine zivilisatorische Spielwiese darstellt. Vielmehr handelt es sich beim künstlerischen Prozess um die Bildung des empfindenden Menschen. Das ästhetische Weltverhältnis macht das Ich im Lebensaugenblick gegenwärtig, gerade auch in der zwischenmenschlichen Begegnung.
Anthroposophie kann als Organ für eine solche Entwicklung menschlicher Empfindung gelten.
Birgit Ebel/Susanne Lin, Mitteilungen April 2010
