Goetheanum

Aus 20 Nationen kamen seit 1912 die Menschen zum Bau des Goetheanum. Ein Doppelkuppelbau aus Holz entstand auf dem Dornacher Hügel nahe Basel. Sie wirkten begeistert zusammen für die Errichtung eines alle Künste vereinigenden Wahrzeichens der Anthroposophie, während Europa im Blutbad des Ersten Weltkrieges versank.

 

Um das Goetheanum entstand ein Ensemble ebenfalls von Rudolf Steiner entworfener Wohn- und Zweckbauten. Der Dornacher Hügel wurde eine Anthroposophen- und Künstlerkolonie.

 

In der Neujahrsnacht 1922/23 vernichtete ein Feuer den gerade vollendeten Bau. Rudolf Steiner führte noch vor seinem Tod 1925 die Planung für den Wiederaufbau durch. Die Idee kam aus dem gleichen Geist, die Form war nicht wieder zu erkennen. Diesmal sollte das Goetheanum ganz aus Beton sein – revolutionär für die Zeit, denn der Baustoff war noch wenig erprobt und noch nie in solch plastischer Freiheit für einen so großen Baukörper verwendet worden.

 

Bis heute ist das Goetheanum Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, internationales Kongresszentrum und Festspielhaus für die ungekürzte Fassung von Goethes Faust I und II, für die vier Mysteriendramen von Rudolf Steiner, für Eurythmieaufführungen und künstlerische Produktionen klassischer und zeitgenössischer Künstler. In dichter Folge finden internationale Kongresse, Tagungen und Hochschulzusammenkünfte statt. Tausende kommen jedes Jahr an diesen kulturell, architektonisch und landschaftlich außergewöhnlichen Ort.

Literatur

Werner Blaser, Natur im Gebauten, Rudolf Steiner in Dornach, Basel/Boston/Berlin 2002.