Landwirtschaft

In eine Zeit, in der der Kunstdünger in die Landwirtschaft Einzug hielt, setzte Rudolf Steiner die Idee des Betriebsorganismus und der landwirtschaftlichen Individualität. Wesentliche Grundlage ist die Erkenntnis irdischer und kosmischer Kräfte in ihrer Polarität und Wechselwirkung. Der sorgfältige Umgang mit den Stoffkreisläufen von Pflanze, Tier und Mineral erfordert eine sensible Kultur des Zusammenwirkens mit der Natur, die ohne ein geisteswissenschaftliches Verständnis und eine Technik des Lebendigen Natur-Romantik bleibt. Forschungsfragen zu irdisch-kosmischen Entsprechungen, zur Verlebendigung des Bodens, Züchtung und Saatgutentwicklung entstehen aus jahrzehntelanger Praxis. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als ländliche Lebensformen noch weitgehend bestimmend waren, wurde die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise zum Pionier des Bio-Landbaus.

 

Heute sind die «Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft» in über 50 Ländern der Erde Bezugs- und Ausgangspunkt für die Arbeit von über 3.500 Anbau- und um die 1.000 Verarbeitungsbetrieben, die ihre Produkte unter der Marke «Demeter» anbieten. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft erzeugt nicht nur gesunde Lebensmittel, sondern leistet einen maßgeblichen Beitrag für die Pflege der Kulturlandschaften. Darüber hinaus sind in den vergangenen Jahrzehnten Hofgemeinschaften, Modelle sozialer Integration und Formen im Umgang mit Kapital und Eigentum entstanden, die am Gemeinwohl orientiert sind. Insofern leistet die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise einen entscheidenden Beitrag zur Verantwortung für die Ressourcen der Erde und den Schutz der Umwelt.

Literatur

Rudolf Steiner, Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, Dornach 1999.

 

Nikolai Fuchs, Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?, Dornach 2014.

 

Herbert H. Koepf, Biologisch-dynamische Landwirtschaft: Eine Einführung, Stuttgart 1996

 

www.sektion-landwirtschaft.org

www.demeter.de